Blitzleistung und Abbrennzeit

In der Studiofotografie, aber auch in anderen Situationen kommt regelmäßig Blitzlicht zum Einsatz. Vor allem bei Bildern mit bewegten Motiven ist es oftmals gewünscht, Bewegung im Bild durch eine sehr kurze Belichtungszeit einfrieren zu können. Dies kann nur durch eine entsprechend kurze Abbrennzeit der Blitzlampe erreicht werden.

In einem einfachen Experiment habe ich mich einmal mit dem Zusammenhang zwischen eingestellter Blitzleistung und der daraus resultierenden Abbrennzeit beschäftigt. Anlass dieses Experiments war mein Versuch, fallendes Obst beim Eintauchen ins Wasser zu fotografieren und meine Schwierigkeit dabei, diese schnelle Fallbewegung "einfrieren" zu können.

Der Versuchsaufbau

Um möglichst gleiche Bedingungen in der Versuchsreihe zu erhalten, habe ich einen herkömmlichen Küchenmixer auf einer Werkbank fixiert und auf volle Leistung, also höchste Umdrehungszahl gestellt. Die Kamera wurde auf einem Stativ in konstanter Entfernung davor platziert und manuell auf die sich drehenden Rührstäbe fokussiert. Der Blitz (hier ein Yongnuo Chinablitz) wurde auf den Blitzschuh montiert. Die Blitzleistung habe ich manuell in einzelnen Schritten von 1/1 (volle Leistung) bis auf 1/64 (geringste Leistung) eingestellt und jeweils durch Variieren der Blenden- bzw. ISO-Zahl die Belichtung konstant gehalten.

Blitz auf volle Leistung (1/1)

Blitz auf halbe Leistung (1/2)

Blitz auf viertel Leistung (1/4)

Blitz auf achtel Leistung (1/8)

Blitz auf sechszehntel Leistung (1/16)

Bei den noch niedrigeren Leistungen ist auf den Bildern kein Unterschied mehr zu erkennen. Um hier noch weitere, sichtbare Veränderungen produzieren zu können, müßte der Mixer noch deutlich schneller drehen.

Fazit

Will man die Bewegung in einem Bild einfrieren, bei dem Blitzlicht zum Einsatz kommt, sollte man eine möglichst geringe Blitzleistung wählen. Da die Belichtungszeit, die man dabei in der Kamera einstellt, eh wesentlich länger ist als die Abbrennzeit der Blitzröhre, hat die Einstellung keine Auswirkung auf das Ergebnis. Genau so gut könnte man auch mit 1/30 Sekunde belichten, sofern die Umgebung dunkel genug ist. Der Effekt wäre derselbe. Einzig die Abbrenndauer des Blitzes sorgt für das Einfrieren der Bewegung.

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4 Kommentare
Ulf Roth am 17.12.14 um 08:11 Uhr
Ich entwickle gerade ein Blitzgerät. Hier wird die Blitzleistung durch eine Begrenzung der Ladespannung an den Blitzkondensatoren eingestellt. 330 Volt sind 100% Blitzleistung, die untere sichere Zündspannung der Blitzröhre liegt bei 120 Volt. Subjektiv ist der Unterschied der Blitzleistung gewaltig.
Jev am 19.02.13 um 10:08 Uhr
Der Blitz wird durch einen Impuls angesteuert, desto stärker er ist, desto heller ist der Blitz und die Abbrennzeit. Die Abrennzeit wird von der Stärke vom Impuls indirekt kontrolliert. Als Beispiel tritt das auch bei gewöhnlichen Glühlampen auf, schalten man ganz kurz eine Glühbirne mit geringer Leistung an und sofort wieder aus, so braucht diese viel weniger Zeit zum Abbrennen-"Abkühlen" als eine größere stärkere Glühbirne im selben Versuch.
foto-tipps.com am 11.01.13 um 10:59 Uhr
Die Abbrennzeit hängt von der Blitzstärke bzw. der eingestellten Blitzleistung ab, nicht anders herum.
am 10.01.13 um 15:07 Uhr
Das verstehe ich nicht. Soll das heissen, dass die "Blitzstärke" nur durch die Abbrenndauer variiert wird?

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